WIR FÜR STOMMELN e.V. BUCHVORSTELLUNG

Auf jüdischen Spuren in Pulheim-Stommeln

374 Seiten von Josef Wißkirchen - Geplante Neuerscheinung für August 2022.

„Einst waren die Menschen, von denen in diesem Buch die Rede ist, Mitglieder der kleinen jüdischen Landgemeinde in Stommeln bei Köln. Der Autor nimmt den Leser mit auf einen imaginären Rundgang zu den Häusern, wo sie gelebt haben, und lässt ihre individuellen Schicksale lebendig werden. Er begleitet sie auf ihren Fluchtwegen in das rettende Ausland und schildert ihren Kampf um den Aufbau eines neuen Lebens in der neuen Heimat. Und er folgt ihnen auf den Deportationswegen in den Osten und bleibt an ihrer Seite bis zur Stunde des gewaltsamen Todes im Ghetto oder Vernichtungslager. An Einzelschicksalen, die mit empathischer Akribie dem Leser nahegebracht werden, macht der Autor die Barbarei der nationalsozialistischen Zeit in Deutschland hautnah erfahrbar. Er setzt den ehemaligen jüdischen Nachbarn – Männern und Frauen, Kindern und Greisen – ein Denkmal in der Erinnerung der Nachgeborenen.“

Zu den auf dem Buchumschlag abgebildeten Personen:

Frontseite (v.l.):

Geschwister Frieda, Anna und Else Moses, 1903, 1899 und 1898 in Stommeln geboren. Ihr Elternhaus (Nettegasse 1) ist erhalten. Anna starb im Ghetto Lodz (bzw. im Vernichtungslager Chelmno), die beiden Schwestern konnten in die Vereinigten Staaten fliehen.

Rückseite (v.l.):

  1. Jakob Stock, 1946, geboren 1869 in Stommeln. Sein nicht erhaltenes Haus stand in der Nettegasse 7 (heute: 11) Er überlebte das Ghetto Theresienstadt.
  2. Johanna Herz, geboren 1938 in Stommeln, 1942 in das Gaskammer in Auschwitz-Birkenau gestorben.
  3. Johanna Moses, geboren 1864 in Stommeln. Sie betrieb in dem erhaltenen Haus Kattenberg 27 einen kleinen Laden. 1942 starb sie in der Gaskammer in Treblinka.

Wer mehr über Josef Wißrirchen und seine vielen Projekte und Bücher wissen möchte, möge sich direkt per E-mail an ihn wenden: josef.wisskirchen@netcologne.de

Josef Wißkirchen, Studiendirektor i. R., wurde 1939 in Bonn geboren. Seit 1966 lebt er in Pulheim-Stommeln. Er ist verheiratet mit einer gebürtigen Stommelnerin. Sie haben vier inzwischen erwachsene Kinder. Von 1971 bis 2003 unterrichtete er am Erasmus-Gymnasium in Grevenbroich die Fächer Deutsch und Geschichte. Von 1983 bis 2010 war er zweiter Vorsitzender des Vereins für Geschichte in Pulheim. Auf seine Initiative hin wurde 2008 die LVR-Gedenkstätte Brauweiler eingerichtet, für die er danach viele Jahre lang ehrenamtlich tätig war und mehrere Buchveröffentlichungen vorgelegt hat (teilweise zusammen mit Hermann Daners).

Neben einer Vielzahl an Abhandlungen in historischen Jahrbüchern sind seit den 1980er Jahren zahlreiche Buchveröffentlichungen von Josef Wißkirchen zur lokalen und regionalen Geschichte erschienen. Stommeln verdankt ihm eine opulente, tausendseitige, zweibändige Geschichte des Ortes von 1794 bis 1914.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Forschungen ist die Zeit des Nationalsozialismus in der Region, insbesondere das Schicksal der einst hier lebenden jüdischen Bevölkerung. In zahlreichen Lichtbildervorträgen oder bei Ortsführungen hat er darüber berichtet und die jüdische Vergangenheit Stommelns ins allgemeine Bewusstsein gehoben. Seine 2012 erschienene Biographie über den Holocaustüberlebenden, im Stommelner Krankenhaus geborenen Rudy Herz fand eine breite Resonanz. Rudy Herz lebte in Myrtle Beach in Florida, USA. Er verstarb im Oktober 2011. Wißkirchen war viele Jahre lang mit ihm befreundet.

Der Landschaftsverband Rheinland hat Wißkirchen mit dem LVR-Wissenschaftspreis (1988) und dem Rheinlandtaler (2008) ausgezeichnet, 2011 erhielt er die Bundesverdienstmedaille. Die Stadt Pulheim ehrte ihn durch die Eintragung in das Goldene Buch der Stadt. Im Januar 2022 wurde ihm im Abgeordnetenhaus in Berlin der Obermayer Award der Obermayer Foundation in den USA überreicht.

 

Josef Wißkirchen bei einer öffentlichen Führung auf dem Jüdischen Friedhof in Stommeln, 2021